Weinbau in Appenheim
In der Vergangenheit war der Weinbau eine der Haupterwerbsquellen der Bevölkerung.
Ursprünglich hatte die Gemeinde folgende Weinlagen:

Am 31. August 1966 wurden aufgrund des Weingesetzes die Weinlagen neu geordnet. Appenheim gehört zum Anbaugebiet Rheinhessen, Bereich Bingen und Großlage Abtey. Die Gemarkung gliedert sich in die Einzellagen Daubhaus, Hundertgulden, Eselspfad und Drosselborn. Die Weinbaufläche entwickelte sich wie folgt:
1788 = 28 ha
1834 = 62 ha
1902 = 56 ha
1910 = 71 ha
1927 = 63 ha
1945 = 62 ha
1950 = 81,4 ha
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1955 = 70 ha
1960 = 93,6 ha
1971 = 110,2 ha
1979 = 117,6 ha
1999 = 148,1 ha
2002 = 186 ha |
1857 erntete die Gemeinde 1600 Ohm Weinmost und 1865 1700 Ohm (1 Ohm = 159 Liter). Der Absatz des Weines brachte immer wieder Probleme. Der Pro-Kopf-Verbrauch des Weines in der Bevölkerung ging vor allem in der Notzeit nach dem 1. Weltkrieg zurück. Mit der Blut-und-Boden-Politik der Nationalsozialisten wollte man auch den Weinabsatz auf eine bessere Grundlage stellen.

Der Reichsnährstand rief 1934 die Patenwein-Aktion ins Leben und er begann, Kraft-durch-Freude-Reisen zu den Weinfesten zu organisieren. 250 Städte übernahmen eine bestimmte Menge Wein und schenkten ihn zum Einheitspreis von 1,40 RM als Patenwein aus. Zahlreiche Weinbaugemeinden hatten Weinpatenstädte. Appenheims Patenstadt war Lüdenscheid. Wie sich die Patenschaft entwickelte, ist nicht überliefert. Mit Hilfe dieser Werbeaktionen gelang es allgemein, die Bestände in den Weinkellern weitgehend abzubauen. Nach dem z. Weltkrieg geriet die Patenstadt in Vergessenheit.

Ein großer Schlag für die Winzer war die Feststellung des ersten Reblausherdes im Jahre 1935. Von nun an konnten nur noch Amerikaner-Unterlagen verwendet werden. 1936 fanden erste Versuche statt, dem Frost durch Räuchern der Weinberge beizukommen. Dies hat sich aber in unserer Gegend nicht bewährt.
Der Weinbau hat in den letzten Jahren für Appenheim ständig an Bedeutung gewonnen. Für die Entwicklung des Weinbaus war vor allem die Tatsache der Durchführung einer Flurbereinigung und die Gründung einer Aufbaugemeinschaft entscheidend. Mit Hilfe der Aufbaugemeinschaft konnten alle Zuschüsse des Bundes und des Landes für den Wiederaufbau von Weinbergen flüssig gemacht werden. Seit 1960 feiert die Gemeinde am letzten Oktoberwochenende ihr Weinfest an der Radsporthalle und seit 1994 veranstaltet die Vereinigung der Appenheimer Winzer im Mai um die evangelische Kirche das jährliche Wein- und Sekterlebnis.
Wein- & Obstbaubetriebe in Appenheim
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